Hilfsangebote

Betroffene Familien haben einen Anspruch auf zunächst vier Wochen pro Jahr Entlastungsaufenthalt in einem stationären Kinder- und Jugendhospiz. Bei einem Entlastungsaufenthalt verbringen die betroffenen Familien gemeinsam Zeit im Mein Kinderhospiz, um als Familie Kraft zu schöpfen und die „Batterien“ wieder aufzuladen. Hierfür werden wir acht Gästezimmer für die Pflege der erkrankten Kinder und Jugendlichen sowie acht Zimmer für die Angehörigen der erkrankten Kinder und Jugendlichen im Mein Kinderhospiz einrichten. Zwei der acht Gästezimmer für die erkrankten Kinder und Jugendlichen werden so flexibel gestaltet, dass sie auch die speziellen Bedürfnisse von erkrankten Jugendlichen und jungen Erwachsenen abdecken können (siehe auch Punkt D) unten).

Unter diesen Punkt fassen wir auch Familien, die in Umbruchsituationen (z.B. Symptomveränderungen, Therapiewechsel) einen geschützten Raum mit fachlicher Begleitung und Beratung benötigen, um sich in dieser Situation neu zu orientieren.

Zunehmend erleben wir, dass die Pflege der erkrankten Kinder und Jugendlichen nach der Entlassung aus der Klinik zu Hause nicht oder noch nicht darstellbar ist. Die Kinder und Jugendlichen benötigen in diesen Fällen für eine Übergangszeit von bis zu drei Monaten eine gute Pflegesituation, damit sich ihr Zustand weiter stabilisiert und eine erneute krisenhafte Aufnahme in die Klinik vermieden werden kann. 

Im Großraum Frankfurt am Main mit seinen Kinder- und Jugendkliniken könnte das ein großes Problem sein. Leider hat diese Situation sehr negative Auswirkungen auf die Lebensperspektive der Kinder und Jugendlichen und auf die Stabilität der betroffenen Familien.

Das Mein Kinderhospiz Frankfurt wird für diese Gruppe die für die Entlastungsaufenthalte eingerichteten Plätze nach Bedarf umwidmen können. Die Mitarbeitenden sind dementsprechend geschult. Wir erwarten, dass die Betroffenen insbesondere aus den umliegenden Kinder- und Jugendkliniken der Metropolregion Frankfurt kommen.

Wenn die Pflege der erkrankten Kinder und Jugendlichen kurzzeitig nicht mehr zu Hause stattfinden kann oder wenn die Familie eine Auszeit zu Hause benötigt, werden die erkrankten Kinder und Jugendlichen ohne Familie zur Pflege aufgenommen, bis sich die familiäre Situation geklärt hat. Die Betroffenen kommen vorwiegend aus Frankfurt am Main, vereinzelt aus der Metropolregion. Hierfür werden die unter Punkt B) oben beschriebenen Plätze genutzt werden können.

Durch den medizinischen Fortschritt werden die Betroffenen immer älter. Jugendliche und junge Erwachsene mit noch einigen Jahren Lebensperspektive genießen den Aufenthalt sowie die räumliche Trennung von ihrem häuslichen Umfeld. Zwei der acht Gästezimmer des Hospizes werden so flexibel geplant und eingerichtet, dass sie auch die Bedürfnisse der Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen abdecken können. Die Zimmer stehen Jugendlichen und jungen Erwachsenen zur Verfügung, die eine emotionale Auszeit von ihrer Familie benötigen, wie es für gesunde junge Erwachsene in dem Alter selbstverständlich ist. Auch junge Erwachsene, die Zeit mit Freund oder Freundin verbringen möchten, sind Adressaten dieser beiden Zimmer. 

Jedes Kind/jeder Jugendliche erhält durch spezialisierte Kooperationspartner aus den Bereichen der Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie alle notwendigen therapeutischen Maßnahmen für die Dauer seines Aufenthalts. Darüber hinaus bieten wir weitere Therapiemöglichkeiten an, die zur Linderung der körperlichen Beschwerden und zur Entspannung der erkrankten Kinder und der Geschwisterkinder beitragen.

Sowohl für die erkrankten Kinder als auch für die Geschwisterkinder und Eltern entwickeln wir erlebnispädagogische Konzepte, um ihnen einen abwechslungsreichen und entspannten Aufenthalt zu bieten.

Die Auseinandersetzung der erkrankten Kinder und Jugendlichen mit der eigenen Erkrankung, deren Verlauf und dem eigenen Versterben wird durch qualifizierte Pflege- und psychosoziale Fachkräfte individuell begleitet. Die Fragen und Bedürfnisse der Eltern und Geschwisterkinder im Rahmen der Auseinandersetzung mit dem Tod und Sterben werden in der psychosozialen Begleitung aufgenommen und von psychosozialen Fachkräften begleitet. Die Begleitung endet aber nicht mit dem Tod des erkrankten Kindes/Jugendlichen. Im Fall des Todes eines Kindes/Jugendlichen bieten wir eine Sterbe- und Trauerbegleitung mithilfe seelsorgerischer/psychosozialer Fachkräfte für die Eltern und Geschwisterkinder an. Ein für diese Situation vorgesehener Abschiedsraum soll den Angehörigen die Möglichkeit zu einem würdevollen Abschied von ihrem Kind geben.

Bei all unseren Angeboten berücksichtigen wir die physischen, psychischen, sozialen und spirituellen Aspekte und Bedürfnisse der lebensverkürzend erkrankten Kinder und Jugendlichen und ihrer Zugehörigen.