Pflegerisches und ethisches Grundverständnis
• Die physische Dimension umfasst die medizinische und pflegerische Versorgung. Hierbei steht die Linderung von Symptomen wie z.B. Schmerzen, Krampfanfälle, Übelkeit, Atemnot, die die Lebensqualität der jungen Menschen beeinträchtigen, im Vordergrund. Ziel ist es, ein möglichst beschwerdefreies Leben zu ermöglichen und die Lebensqualität zu fördern.
• Die psychische Dimension umfasst die psychische und emotionale Unterstützung sowohl für den kranken jungen Menschen als auch für die Eltern, Geschwisterkinder und Zugehörige. Die schwersterkrankten jungen Menschen und ihre Familien durchlaufen oft herausfordernde emotionale Phasen.
Im Mein Kinderhospiz gibt es qualifizierte psychosoziale und therapeutische Fachkräfte, die helfen und unterstützen, mit Ängsten, Trauer und psychischen Belastungen umzugehen und Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Ziel ist es, die herausfordernde Lebenssituation ohne dauerhafte Beeinträchtigung zu überstehen und Fähigkeiten zu entwickeln, um die eigene Resilienz zu fördern.
• Die soziale Dimension in der hospizlichen Arbeit bezieht sich auf die Unterstützung im sozialen Umfeld und in der Alltagsgestaltung. Hierbei werden die bestehenden Strukturen anerkannt und gewürdigt. Familien werden in praktischen Angelegenheiten unterstützt und beraten, wie etwa bei der Organisation des täglichen Lebens, Anträgen für Sozialleistungen und der Kommunikation mit Behörden bzw. Kostenträgern. Auch die Betreuung von Geschwisterkindern und die Unterstützung bei schulischen Fragen gehören dazu.
• Die spirituelle Dimension oder seelische Dimension ist die Auseinandersetzung mit persönlichen, spirituellen und religiösen Fragen. Ziel ist es, die erkrankten jungen Menschen und deren Familien bei existenziellen Fragen zu begleiten und ihnen Raum für ihre individuelle Sinnfindung und Glaubensfragen zu geben. Dies kann Gespräche, Rituale und symbolische Handlungen umfassen, die den Familien Trost spenden und zu ihrem Wohlbefinden beitragen.
Die vier Dimensionen sind eng miteinander verbunden, um den Bedürfnissen der erkrankten jungen Menschen und deren Familien gerecht zu werden und ihnen eine ganzheitliche, wertschätzende und unterstützende Begleitung zu bieten.
Unser ambulanter Kinder- und Jugendhospizdienst mit dem Service der Sozialberatung wird eng mit dem stationären Mein Kinderhospiz zusammenarbeiten, damit wir die Eltern in sozialrechtlichen Fragen (z.B. dem Ausgleich für das wegfallende Pflegegeld während des Hospizaufenthaltes) und rund um den Antragsprozess für Aufenthalte in stationären Kinder- und Jugendhospizen beraten und unterstützen können.



