Einordnung

Im Gegensatz zu einem Hospiz für Erwachsene ist die Intention nicht, dass die erkrankten Kinder/Jugendlichen und jungen Erwachsenen zum Sterben in das Hospiz kommen. Vielmehr können die betroffenen Familien ab der Diagnose der Erkrankung und nicht nur in der letzten Lebensphase mehrfach im Jahr für einen Entlastungsaufenthalt in ein Kinder- und Jugendhospiz gehen. Dabei steht das gesamte Familiensystem im Mittelpunkt.

In Deutschland gibt es mindestens 100.000 Kinder mit lebensverkürzender Erkrankung. Die betroffenen Familien sind gefangen in einer Spirale aus Stress, Überforderung und Verzweiflung. Nur wenige betroffene Familien wissen, dass es entsprechende Hilfsangebote gibt. Die Folge ist, dass viele betroffene Familien kinderhospizlich nicht begleitet werden; wir gehen von über 90 % der betroffenen Familien aus.

„Wir lassen kein Kind allein!". Unser Leitsatz ist gleichzeitig unser Ansporn für unsere tägliche Arbeit mit den betroffenen Kindern und Familien. Wir wollen mit unserer Arbeit möglichst viele betroffene Familien erreichen und mit unserer Hilfe unterstützen. Unser Konzept basiert auf drei Säulen der Kinderhospizarbeit:

 

In Deutschland gibt es derzeit 24 stationäre Kinder- und Jugendhospize, die lediglich weniger als 5 % des gesetzlich verankerten Anspruchs der betroffenen Familien auf einen Entlastungsaufenthalt in einem stationären Kinder- und Jugendhospiz abdecken. In Frankfurt gibt es kein stationäres Kinder- und Jugendhospiz. Aufgrund dieser Zahlen und nach vielen Gesprächen mit den Familien, die wir begleiten, haben wir uns entschieden, dieser Unterversorgung entgegenzutreten und ein stationäres Kinder- und Jugendhospiz in Frankfurt am Main („Mein Kinderhospiz Frankfurt") zu errichten.

Das Mein Kinderhospiz Frankfurt wird eine Kapazität von zehn Gästezimmern für betroffene Kinder und Jugendliche haben. Von den zehn Gästezimmern werden zwei Zimmer so flexibel gestaltet, dass sie auch die speziellen Bedürfnisse von erkrankten Jugendlichen und jungen Erwachsenen abdecken können. Weitere zwei Zimmer werden für sog. „Transferaufenthalte/Überbrückungsaufenthalte" mit angrenzenden Elternzimmern integriert, um den Eltern die Möglichkeit zu bieten, den Übergang vom Klinikaufenthalt in die häusliche Versorgung sicherzustellen, bis die häusliche Pflege vollumfänglich eingerichtet ist.

Darüber hinaus werden Zimmer für die Eltern und Geschwisterkinder als Familien-, Doppel- und Einzelzimmer eingerichtet. Das Mein Kinderhospiz Frankfurt wird ein Ort der Entlastung und Entspannung für die Familien sein, in dem die Familienangehörigen ihre „Batterien" für den Alltag wieder aufladen können. Wir wollen den betroffenen Familien einen geschützten Raum bieten, in dem sie eine unbeschwerte Zeit verbringen und gleichzeitig die vielfältigen Angebote einer Großstadt wie Frankfurt am Main nutzen können.